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Graffiti - Projekt

04. - 07.08. 2011

Graffitis sind in jeder Stadt zu finden, doch leider lässt sich nicht jedes Graffiti als kunstvoll bezeichnen. Für Viele zählen gerade unlesbare Schriftzüge bloß zu ärgerlichen Schmierereien. Dass auch etwas Schönes entstehen kann zeigt sich auf dem Gelände des Arbeits- und Sozialpädagogischen Zentrums( ASZ) in der Pfaffstraße.

Schon 2001 wurde die Wand am städtischen Wertstoffhof zum Themenkomplex „Arbeitswelten“ besprüht. Jetzt, 10Jahre später, erstrahlt sie in neue Farben.

Für die Stadt typische Bilder sind entstanden, entworfen von der Kaiserslauterer Graffiti- Künstlerin Marie Schlösser, die in der Szene auch als  „Donna Diamond“ bekannt ist. Leider fiel durch das Wetter die geplante internationale Unterstützung beim Sprayen geringer aus als erhofft.

Die Neugestaltung der Außenwand wurde verbunden mit einem zweitägigen Workshop bei dem sich interessierte Jugendliche ab 14 Jahren sowohl neue Techniken zeigen lassen, als auch Feedback zu ihren eigenen Bildern bekommen konnten. Außerdem durften sie an einem Teil der Außenwand das Gelernte gleich umsetzen.

Entwickelt wurde der Workshop in Zusammenarbeit mit dem „Haus des Jugendrechts“. Hier läuft seit Längerem ein Kooperationsprojekt mit dem Jugendamt, in dem es Sprayern ermöglicht wird, illegalen Graffitis selbstständig wieder zu entfernen.

Deshalb gehörte zu dem Workshop auch das Gespräch mit dem Kaiserslauterer Sonderermittler Thomas Klink, der über die rechtlichen Konsequenzen des illegalen Sprayens aufklärte. Vielen sei gar nicht klar, dass sie innerhalb von kurzer Zeit oft Schäden im 5- stelligen Bereich anrichteten, so der Polizist. Diese Gespräche würden oftmals wie ein Schuss vor den Bug wirken.

Ein Problem ist dennoch, dass es immer noch nicht genügend Plätze gibt, an denen es erlaubt ist zu malen, auch wenn sich die Situation in Kaiserslautern verbessert hat. Neben den schon existierenden, legalen Wänden der Kammgarn und der TWK wird in Zukunft noch eine Wand im Innenhof des ASZ zur Verfügung stehen. Das Schaffen von neuen Flächen soll die Kinder und Jugendlichen davor bewahren, überhaupt in die Illegalität abzurutschen.

Nach  Anmeldung bei Christian Drieß (Telefon: 0631-3163613) kann künftig eine Seitenwand des Hofladens als Übungswand genutzt werden. „Wir möchten vor allem noch unerfahrenen Sprayern den Platz bieten, sich ohne schlechtes Gewissen auszuprobieren.“ Denn viele Neulinge trauen sich nicht, mit ihren Übungsbildern die sogenannten „pieces“(Werke) von schon etablierten Künstlern zu „crossen“(übermalen). „Dabei sind die Jungs hier keine Schmierfinken, sondern bloß Anfänger!“, lobt Marie Schlösser.

Das Faszinierende am Sprayen sei das Gefühl etwas Bleibendes erschaffen zu haben  und der kreative Umgang mit den Spraydosen. Hierfür sei es wichtig, ein Gefühl für Farbzusammenstellungen zu entwickeln. Außerdem müsse man wissen, mit welchem Aufsatz sich welches Sprühbild erzielen lässt, erklären die Teilnehmer des  Workshop während sie ihre sogenannten „blackbooks“, eine Art Tagebuch mit ihren  Entwürfen und bisherigen Werken, zeigen. Die drei Klassenkameraden sprühen seit ca, einem Jahr. Sie hatten die  Möglichkeit zuhause an eigenen Wänden zu üben. „Es ist ein weiter Weg, bis man weiß welcher Style sein Ding ist. Dafür muss man alles mal ausprobiert haben. Aber wir sind schon ziemlich nah dran“, erklärt Lennart, einer der Jugendlichen und schneidet noch eine Schablone zurecht.

Die verschiedenen Handschriften der einzelnen Künstler lassen sich auch am fertigen Graffiti gut erkennen, über das die Künstlerin selbst sagt: „Man kann das Bild sowohl als Gesamtwerk betrachten, als auch die Einzelheiten für sich. Wenn man sich die Zeit nimmt genauer hinzusehen wird man immer wieder ein neues Detail finden, das auf den zweiten Blick doch etwas mit Kaiserslautern zu tun hat.“

Fisch, Fußball und Skyline wird der Lautrer schnell einzuordnen wissen. Doch um die kleinen Anspielungen wie zum Beispiel die „Wäsch“ zu finden muss man sich darauf einlassen können.

Und vielleicht werden sich ja auch einige Jugendliche hier für ihre eigenen Kunstwerke an der Übungswand inspirieren lassen.